Unsere Hybridstrategie für flexible Endoskope vereint medizinische Exzellenz und Nachhaltigkeit
Seit über 40 Jahren gehören wiederverwendbare flexible Endoskope zu unserem Sortiment und ermöglichen bedeutende Fortschritte in der Medizin und der Patientenversorgung. Flexible Endoskope sind äußerst vielseitig und kommen in einer Vielzahl diagnostischer und therapeutischer Anwendungen zum Einsatz. Um die unterschiedlichen Bedürfnisse des Gesundheitswesens befriedigen zu können, bieten wir neben wiederverwendbaren Endoskopen auch eine Auswahl flexibler Einweg-Endoskope an. Doch warum ist ein hybrides Portfolio entscheidend, um medizinische Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen?
Engagement für Innovation
Unsere Hybridstrategie verbindet die bewährte Zuverlässigkeit wiederverwendbarer Endoskope mit den spezifischen Vorteilen von Einwegprodukten – für bestmögliche Ergebnisse und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Diese ausgewogene Herangehensweise stellt sicher, dass wir nicht nur auf langjährig etablierte Methoden setzen, sondern auch bereit sind, Innovationen voranzutreiben, um uns an die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden anzupassen.
Ob Einweg- oder Mehrweg-Endoskope: Die hohe Qualität unserer Produkte ist stets gewährleistet, sodass unsere Gesundheitspartner unabhängig von ihrer Wahl mit höchster Zuverlässigkeit arbeiten können.
Für Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Infektionsrisiko bieten Einweg-Endoskope den Vorteil, das Risiko von Kreuzkontaminationen deutlich zu reduzieren. Die Aufbereitung wiederverwendbarer Endoskope ist ein anspruchsvoller Prozess, wobei fortschrittliche Sterilisationsverfahren und strenge Aufbereitungsprotokolle sicherstellen, dass auch diese Geräte die höchsten Sicherheitsstandards erfüllen. Die Kombination aus Einweg- und Mehrweg-Lösungen ermöglicht es, in unterschiedlichen klinischen Situationen das höchste Maß an Sicherheit zu gewährleisten.
Die Umweltwirkung flexibler Endoskope hängt nicht allein vom Produkt ab. Entscheidend ist der Gesamtkontext – einschließlich Nutzungsfrequenz, Aufbereitung, Transport, Materialeinsatz, Produktlebensdauer und Reparaturfähigkeit.
Eine pauschale Aussage „Einweg ist besser“ oder „Wiederverwendbar ist besser“ greift daher zu kurz. Erst die Betrachtung des konkreten Einsatzprofils ergibt, welche Lösung im jeweiligen Fall medizinisch sinnvoll und ökologisch vorteilhaft ist.
Auch die wirtschaftliche Perspektive ist entscheidend: Wiederverwendbare Endoskope sind zwar in der Anschaffung teurer, werden durch ihre Langlebigkeit und sinkende Kosten pro Einsatz bei häufiger Nutzung jedoch langfristig wirtschaftlich.
Für das Video-Uretero-Renoskop FLEX-XC und das FLEX XC‑1 wurde eine modellbasierte Lebenszyklusanalyse durchgeführt. Unter den definierten Annahmen zeigt die Analyse:
Wiederverwendbares FLEX-XC
- Einmaliger Herstellungs- und Transportaufwand zu Beginn
- Ca. 1,1 kg CO₂e pro Aufbereitung1
- Besonders vorteilhaft bei regelmäßiger Nutzung und etablierten Aufbereitungsprozessen
Einweg FLEX-XC1
- Ca. 5,5 kg CO₂e pro Anwendung1
- Keine Aufbereitung erforderlich
- Gleichbleibende Leistung durch Entsorgung nach jedem Einsatz
Unter den definierten, praxisnahen Modellannahmen überwiegt der ökologische Vorteil des wiederverwendbaren Systems bereits nach wenigen Einsätzen: Ab sechs Anwendungen ist die CO₂-Bilanz günstiger, ab vier Anwendungen der Materialverbrauch geringer als beim Einwegsystem. Mit jeder weiteren Nutzung wächst dieser Vorteil.
Unsere Strategie setzt auf Wahlfreiheit. Die optimale Wahl zwischen wiederverwendbaren- und Einwegendoskopen hängt von den jeweiligen Bedingungen vor Ort ab.
Wiederverwendbar ist besonders sinnvoll bei:
- hohen oder regelmäßigen Fallzahlen
- etablierten Aufbereitungsprozessen
- langfristiger Nutzung
Einweg ist besonders sinnvoll bei:
- geringerer Fallzahl
- hochinfektiösen behandelten Personen
- eingeschränkter Aufbereitungsinfrastruktur
Unsere Technologie, die die Integration von wiederverwendbaren und Einweg-Endoskopen in ein und dasselbe Bildgebungssystem erlaubt, ist ein Schlüssel zum Erfolg. Sie bietet unseren Gesundheitspartnern eine modulare Anwendung mit passgenauer Kompatibilität.
Unsere Lebenszyklusanalysen schaffen eine fundierte Entscheidungsbasis. Sie machen sichtbar, welche Faktoren die Umweltwirkung beeinflussen und wie stark Ergebnisse von den jeweiligen Annahmen abhängen.
Dazu gehören insbesondere:
- Nutzungsanzahl
- Aufbereitungsprozesse
- Transportwege
- Materialeinsatz
- Verpackung
- Reparaturen und Produktlebensdauer
Diese Transparenz ermöglicht es, unterschiedliche Szenarien zu bewerten und die passende Lösung nicht pauschal, sondern kontextbezogen auszuwählen.
Mit unserer Hybridstrategie unterstützen wir Gesundheitspartner dabei, klinische Anforderungen, Prozessrealitäten und Nachhaltigkeitsaspekte ganzheitlich zu betrachten:
- Fundierte Entscheidungsbasis durch eigene Lebenszyklusdaten
- Flexible Lösungen für unterschiedliche klinische Anforderungen
- Transparente Einordnung der Umweltwirkung
- Unterstützung bei nachhaltigerer Prozessgestaltung
- Modulare Integration in kompatible Bildgebungssysteme
Wiederverwendbar und Einweg sind keine Gegensätze – sie sind komplementäre Lösungen für unterschiedliche Versorgungsrealitäten. Entscheidend ist, welche Lösung im jeweiligen Einsatzkontext den größten klinischen und ökologischen Nutzen bietet.
Methodischer Hinweis
Die dargestellten Werte basieren auf einer modellbasierten Lebenszyklusanalyse unter definierten Annahmen. Die tatsächliche Umweltwirkung kann je nach Nutzung, Aufbereitung, Transport, Produktlebensdauer, Reparaturprofil und weiteren lokalen Faktoren variieren. Die Ergebnisse gelten für den beschriebenen Kontext und können nicht ohne Prüfung auf andere Produkte, Anwendungen oder Versorgungssituationen übertragen werden.
1Die Berechnung erfolgt nach einem Cradle-to-Grave-Ansatz gemäß DIN EN ISO 14067. Zur transparenten Abgrenzung des Untersuchungsrahmens wird die Systemgrenze anhand der Lebenszyklusmodul-Logik A–C beschrieben. Berücksichtigt werden die Rohstoffgewinnung und -verarbeitung (A1), vorgelagerte Transportprozesse (A2), die Herstellung und Verpackung am Produktionsstandort (A3), nachgelagerte Distributionsprozesse einschließlich interner Logistikprozesse nach dem Werkstor (A4), die Nutzungsphase einschließlich Reinigung, Desinfektion und Sterilisation (B-Module), sowie die End-of-Life Entsorgung des Produkts und der Verpackung (C-Module).