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NIR/ICG – Die Nahinfrarotfluoreszenz

Fluorescence Imaging

Ihre Echtzeit-Orientierungshilfe im täglichen Einsatz

Strukturen früher und differenzierter zu erkennen ist eine Notwendigkeit in der endoskopischen Chirurgie. Hier muss die Bildgebungstechnik den fehlenden offenen Blick auf den Situs ersetzen. Wünschenswert sind neben einem optimalen Bild Zusatzinformationen, die die OP-Technik präzisieren. Diese Informationen liefert z. B. die NIR/ICG-Fluoreszenzbildgebung – eine OPAL1® Technologie von KARL STORZ.

Durch die Verwendung von Indocyaningrün (ICG) können mittels Licht mit Wellenlängen im Nahinfrarot (NIR) beispielsweise anatomische Strukturen sichtbar gemacht werden. KARL STORZ sieht in dieser Fluoreszenztechnik eine Bildgebungs-Standardtechnik der Zukunft.
 

IMAGE1 S™ Rubina – mORe to discover

IMAGE1 S™ Rubina
IMAGE1 S™ Rubina

Die neue IMAGE1 S™ RUBINA Bildgebungstechnologie von KARL STORZ kombiniert die 3D- und 4K-Technologie mit der NIR/ICG-Fluoreszenzbildgebung und liefert dem Chirurgen damit Informationen auf hohem Qualitätsniveau als Grundlage für seine Arbeit. 
 

NIR/ICG-Visualisierungsmodi

Bei Verwendung der Rubina-Komponenten werden dem Anwender verschiedene neue Modi zur Darstellung des NIR/ICG-Signals geboten. Dazu gehören überlagerte NIR/ICG-Informationen im Standard-Weißlichtbild sowie ein Modus, der das reine Infrarotsignal in monochromatischer Farbdarstellung zeigt. 

Quelle: Prof. Luigi Boni, Policlinico di Milano, Mailand, Italien

Overlay

Im Overlay wird das reguläre Weißlichtbild mit den NIR/ICG-Informationen kombiniert und ein Überlagerungsbild generiert.

Grün oder blau – Quelle: Prof. Massimo Carlini, Rom, Italien
Quelle: Prof. Massimo Carlini, Rom, Italien

Grün oder Blau – Entscheiden Sie selbst

Je nach Präferenz und Applikation kann die NIR/ICG-Information in grün oder blau überlagert dargestellt werden. 

Intensity Map – Quelle: Dr. Michael Zünd, Baar, Schweiz
Quelle: Dr. Michael Zünd, Zuger Kantonspital, Baar, Schweiz

Intensity Map

Sie zeigt die Intensität des NIR/ICG-Signals anhand einer Farbskala als Überlagerungsbild an.

Monochromatic-Modus – Quelle: Prof. Luigi Boni, Policlinico di Milano, Mailand, Italien
Quelle: Prof. Luigi Boni, Policlinico di Milano, Mailand, Italien

Monochromatic

Hierbei wird das reine NIR/ICG-Signal in Weiß auf schwarzem Hintergrund angezeigt, um eine möglichst deutliche Abgrenzung zu schaffen.

All-in-One-Lösungen

Dank der modularen Architektur kann die bestehende IMAGE1 S™ Kameraplattform um neue 4K-, 3D-, NIR/ICG- und LED-Komponenten ergänzt werden. Die IMAGE1 S™ RUBINA Komponenten bieten dem Anwender neue Möglichkeiten und eine Reihe von Vorteilen, die im Arbeitsalltag unterstützen sollen.

  • Native 4K-Auflösung
  • Sehr gute Bildqualität sowohl im Weißlicht wie auch in den NIR/ICG-Modi
  • Natürliche Farbwiedergabe
  • S-Technologien im Weißlicht und in Kombination mit den Overlay-Modi
  • 3D-Technologie in 4K
  • Verbesserte 3D-Bildqualität
  • Autoklavierbare 3D/2D-Videoendoskope
  • Automatische Horizontaufrichtung
  • OPAL1® NIR/ICG-Technologie
  • Overlay mit grüner oder blauer NIR/ICG-Farbgebung
  • Intensity Map für die Anzeige der Signalintensität im Overlay 
  • Monochromatic mit reinem NIR/ICG-Signal 
  • Neue und optimierte NIR/ICG-Optiken
  • Laserfreie LED-Lichtquelle für Weißlicht und NIR/ICG
  • Anregung von ICG und der Autofluoreszenz im Nahinfrarot 
  • Langlebig bei konstanter Lichtintensität
  • Einfache Handhabung dank Touch-Display und Fußschalter

There is mORe to discover

4K, 3D, LED und NIR/ICG kombiniert in einer Technologie.
Die IMAGE1 S™ RUBINA Technologie für die NIR/ICG-Fluoreszenzbildgebung.

NIR/ICG Anwendungsbeispiele

Visualisierung der Durchblutung

Die Beurteilung der Durchblutung spielt in verschiedenen medizinischen Disziplinen eine wichtige Rolle. Mit der NIR/ICG-Technologie und der Gabe von ICG können ischämische Bereiche leichter und effizienter in Echtzeit dargestellt oder beispielhaft auch die Durchblutung (Perfusion) bei Anastomosen überprüft werden. Dadurch kann der Chirurg aktiv intraoperativ handeln.

Anwendungsbeispiele:

  • Schnelle Beurteilung der Durchblutung einer geplanten Resektionszone sowie der anschließenden Anastomose, z. B. bei Kolon1- oder Ösophagus-Resektionen und Magenbypass2
  • Beurteilung der Durchblutung von Lappenplastiken in der offenen Chirurgie
  • Visualisierung von Lebersegmenten3
  • Multidisziplinärer Einsatz in der laparoskopischen, endoskopischen und offenen Chirurgie


1Koh et al., Fluorescent Angiography Used to Evaluate the Perfusion Status of Anastomosis in Laparoscopic Anterior Resection, 2016
2Boni et al., Clinical Applications of Indocyanine Green (ICG) Enhanced Fluorescence in Laparoscopic Surgery, 2015
3Diana M et al Superselective Intra-arterial Hepatic Injection of Indocyanine Green (ICG) for Fluorescence Image-guided Segmental Positive Staining: Experimental Proof of the Concept. 2017

Visualisierung der Gallenanatomie

Aufgrund der hepato-biliären Ausscheidung sammelt sich ICG in der Gallenblase und den Gallengängen an. Dadurch kann die biliäre Anatomie bei beispielsweise einer Cholezystektomie schnell und sicher identifiziert werden.

Anwendungsbeispiele:

  • Verkürzte Operationszeiten mit ICG im Vergleich zu Standard-Cholangiographien.1 Die Unterscheidung von Ductus cysticus und Ductus choledochus wird vereinfacht. 2
  • Darstellung von intraoperativen Gallenleckagen mit ICG, z. B. nach einer Leberteilresektion


1Dip et al., Cost analysis and effectiveness comparing the routine use of intraoperative fluorescent cholangiography with fluoroscopic cholangiogram in patients undergoing laparoscopic cholecystectomy, 2014
2Boni et al., NIR/ICG-Fluoreszenzbildgebung in der laparoskopischen Chirurgie, Arztanleitung ENDO-PRESS®,
(ISBN 978-3-89756-933-1)

Visualisierung von Leberkarzinomen und -metastasen

Primäre Lebertumore sind weltweit die sechsthäufigste Krebsart. Metastasen in der Leber treten sogar 20-mal häufiger auf als primäre Lebertumore1. Für die Leberchirurgie bietet die NIR/ICG-Technologie zusammen mit ICG vielerlei Vorteile.

  • Intraoperative Visualisierung von Metastasen und Leber-Karzinomen auf bzw. unterhalb der Leberoberfläche2
  • Diagnostik von oberflächlichen bzw. oberflächennahen Mikrometastasen bis in den Millimeterbereich3
  • Erleichterte Festlegung von Resektionsgrenzen4
  • Visualisierung der Lebersegmente*
     

1Krebsraten in Deutschland 2011/2012 (10.), Robert Koch Institut, Berlin
2Bis zu einem Zentimeter tiefe Darstellung von ICG in Abhängigkeit von der Gewebszusammensetzung möglich
3Tummers et al., First experience on laparoscopic near-infrared fluorescence imaging of hepatic uveal melanoma metastases using indocyanine green, 2014
4Boni et al., NIR/ICG-Fluoreszenzbildgebung in der laparoskopischen Chirurgie, Arztanleitung ENDO-PRESS®, (ISBN 978-3-89756-933-1)

Visualisierung des lymphatischen Systems

Bei vielen onkologischen Eingriffen stellt die sichere Identifikation des lymphatischen Systems oder des Wächterlymphknotens eine Herausforderung dar. Hier kann durch den Einsatz von ICG* das gesamte Lymphsystem im Abströmungsgebiet des Tumors in Echtzeit intraoperativ visuell dargestellt werden. Der Einsatz nuklear-medizinischer Verfahren lässt sich somit vermeiden.1

Anwendungsbeispiele:

  • Nicht-radioaktive Lymphknoten-Visualisierungsmethode
  • Im Vergleich zu etablierten Methoden der Lymphknotendarstellung werden hohe Trefferraten erzielt2
  • Auffinden von Lymphleckagen3
  • Multidisziplinärer Einsatz zum Beispiel in der Gynäkologie, Urologie und Allgemeinchirurgie
     

*Der Zulassungsstatus des Medikaments kann variieren. Bitte informieren Sie sich diesbezüglich vorab in Ihrem Krankenhaus/Land.
1Papadia A. et al., Sentinel-Lymphknotenmapping mit NIR/ICG-Fluoreszenzbildgebung bei malignen Tumoren in der Gynäkologie, Arztanleitung ENDO-PRESS®, (ISBN 978-3-89756-931-7)
2Imboden et al., A Comparison of Radiocolloid and Indocyanine Green Fluorescence Imaging, Sentinel Lymph Node Mapping in Patients with Cervical Cancer Undergoing Laparoscopic Surgery, 2015
3Papadia A et al. Indocyanine Green Fluorescence Imaging in the Surgical Management of an Iatrogenic Lymphatic Fistula: Description of a Surgical Technique, 2015