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Spende – KARL STORZ hilft Hospital in Peru

13.09.2006 | Unternehmen

Dr. John und Dr. h. c. mult. Sybill Storz (von links).

KARL STORZ hilft Hospital in Peru

TUTTLINGEN - In Curahuasi entsteht zur Zeit der Lebenstraum eines deutschen Ärzte-Ehepaares: ein Krankenhaus für die ärmsten der Armen in Südperu. Seit gestern hat das Projekt eine prominente Unterstützerin: Die Firma Karl Storz Endoskope stellt dem Krankenhaus modernes Gerät im Wert von gut 100 000 Euro zur Verfügung.

Von unserem Redakteur Sven Kauffelt

Curahuasi kennt eigentlich kaum jemand. Selbst in Lima, der Hauptstadt Perus, ist die Stadt in der Provinz Apurímac kaum bekannt. „Die Oberschicht in der Hauptstadt interessiert sich nicht für die Indianer“, sagt Klaus-Dieter John. Er klingt dabei nicht verbittert. Der Chirurg hat sich in Südamerika mit vielem abfinden müssen. Es ist Jahre her, dass er das Land mit seiner Frau Martina, einer Kinderärztin zum ersten Mal besucht hat. Zu dieser Zeit ist der Traum entstanden, der Traum von einem erfüllten Leben für die ärmsten der Armen, der Traum von einem Krankenhaus. „Vor ein paar Jahren hat meine Frau zu mir gesagt: ‘Klaus, wir sind jetzt über 40. Entweder jetzt oder nie.’“

Seitdem haben die beiden Ärzte unzählige Hürden überwunden, um ihrem Traum Schritt für Schritt näher zu kommen. Sie haben überall die Werbetrommel für ihr Projekt gerührt, in Peru, den USA und in Deutschland. Mittlerweile ist die Frau des Staatspräsidenten Patin des Krankenhauses. Und die Liste der Unterstützter wird länger und länger. Als Klaus-Dieter John bei Sybill Storz angefragt hat, ob sie sich vorstellen kann zu helfen, da hat er in Tuttlingen offene Türen eingerannt.

Die Chefin der KARL STORZ Endoskope hat dem Verein Diospi Suyana, zu dessen Unterstützern auch Aesculap gehört und der zum Bau und Betrieb des Krankenhauses gegründet wurde, Geräte im Wert von über 100 000 Euro zur Verfügung gestellt. „Damit haben wir hochmoderne Operationsmöglichkeiten mitten im Armenhaus Perus“, freute sich Klaus-Dieter John gestern bei der Übergabe im Storz-Logistikzentrum.

„Das Elend ist beschämend“

Sybill Storz ist eine weitgereiste Frau. „Und ich gehe mit offenen Augen durch die Welt“, sagt sie. „Das Elend in vielen Teilen der Welt ist beschämend.“ Der Süden Perus, in dem mit den Quechua-Indianern die Nachfahren der Inka leben, ist dafür ein trauriges Beispiel. „Sie leben am Rande der Gesellschaft, obwohl sie 50 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen“, sagt Klaus-Dieter John. Auf 100 000 Menschen kommen durchschnittlich 2,8 Ärzte – in Deutschland sind es 33. Kinderarbeit statt Schule ist die Regel und „die einzige Freizeitbeschäftigung ist der Alkohol“, berichtet John.

Das Krankenhaus soll im ärmsten Teil des Andenstaates viele Aufgaben erfüllen. Medizinische Hilfe natürlich für die, die sie sich nicht leisten können. Arbeitsplätze für die, die ohne Perspektive sind. Und Hoffnung für jene, die ihre längst verloren haben. Der Name Diospi Suyana kommt aus der Sprache der Quechua und bedeutet „Wir vertrauen auf Gott“.

Um dieses Vertrauen in Taten umsetzen zu können, ist der Verein ständig auf der Suche nach Hilfe – finanzieller und tatkräftiger. 35 Ärzte und Krankenschwestern hätten sich bereits entschlossen, in Peru zu arbeiten. „Die gleiche Anzahl wollen wir dort ausbilden“, sagt John. Bis das Krankenhaus im März 2007 öffnen soll, muss John noch viele Gespräche führen. „Das Labor ist noch ein weißer Fleck“, gesteht er. „Ach“, sagt Sybill Storz, „das ist doch kein Problem, da stelle ich Ihnen einen Kontakt zu einem Hersteller von Laborzubehör her. Soll ich ihn gleich anrufen?“

Quelle: Schwäbische Zeitung, Freitag 13. September 2006 / Nr. 212