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Prominenter Zuwachs für die Gesundheitsstadt Berlin

21.06.2010 | Unternehmen

Das Unternehmen KARL STORZ Endoskope baut seinen Berliner Standort aus und bündelt strategische Forschungs- und Schulungsaktivitäten künftig in der Hauptstadt. Heute stellte die Firma gemeinsam mit Wirtschaftssenator Harald Wolf ihre Expansionspläne vor und präsentierte mit einer der weltweit ersten Gestensteuerungen für den OP bereits Resultate der engen Zusammenarbeit mit Berliner Forschungseinrichtungen und Kliniken.

„Wir freuen uns, mit KARL STORZ den Weltmarktführer im Bereich der Endoskopie sowie einen der führenden Player im Bereich moderner OP-Systeme in die Stadt zu holen. Die Ansiedlung bedeutet die Stärkung Berlins als Gesundheitsstadt durch technologische Innovationen und einen Zuwachs qualifizierter Arbeitsplätze. Der Standort Berlin bezieht seine große Attraktivität aus der engen Vernetzung innovativer Unternehmen mit exzellenten Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Die gemeinsame Clusterstrategie Berlins und Brandenburgs in der Gesundheitswirtschaft ist ein Erfolg: Mit rund 352.000 Arbeitsplätzen und einer Bruttowertschöpfung von über 14 Milliarden Euro ist die Gesundheitswirtschaft einer der entscheidenden Motoren für Wachstum und Beschäftigung in der Hauptstadtregion. Durch die Expansion von KARL STORZ erhält dieser Sektor weiteren prominenten Zuwachs“, betont Harald Wolf, Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen.

„In neue Standorte zu investieren, bedeutet für KARL STORZ, dass wir Zugang zu einer Technologie und Expertise gewinnen möchten. In Berlin sehen wir diesbezüglich den großen Vorteil, mit Wissenschaft und Anwendern, d. h. Kliniken und Ärzten in direktem Austausch stehen zu können. Nur im interdisziplinären Dialog zwischen Ärzten, Wissenschaft und Hersteller können wir Medizintechnik entwickeln, die den hohen medizinischen Anforderungen gerecht wird und zum Wohle des Patienten eingesetzt werden kann“, motiviert Dr. h. c. mult. Sybill Storz die Standortaktivitäten des Unternehmens.

Bereits seit einigen Jahren ist KARL STORZ mit verschiedenen Aktivitäten in Berlin vertreten. Dazu zählen eine Vertriebsgesellschaft sowie ein Kundenservice, die Tochtergesellschaft how to organize GmbH, die innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Software betreibt, KARL STORZ Schulungsveranstaltungen, die in Räumen der Medical Lounge durchgeführt werden sowie eine Dienstleistungssparte, die Produkte aus dem Bereich Finanzierung und Leasing anbietet. Zurzeit beschäftigt die KARL STORZ Gruppe in Berlin inklusive Tochtergesellschaften 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Künftig sollen die Aktivitäten ausgebaut und unter dem Dach des ehemaligen Kaiserin Augusta Hospitals gebündelt werden. Schwerpunkte liegen auf dem Ausbau der Forschungs- & Entwicklungs-Aktivitäten – insbesondere im Bereich der Informationstechnologien und im Aufbau eines internationalen Schulungszentrums für Ärzte. Nach einem entsprechenden Umbau des Krankenhauses ist für die nächsten drei Jahre ein weiterer Personalzuwachs von über 15 Prozent geplant. Das Investitionsvolumen für dieses Projekt beläuft sich auf 20 Millionen €.

Dass die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Kliniken am Standort Berlin bereits Früchte trägt, zeigt der KARL STORZ MI-Report. Die Technologie, die in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Heinrich Hertz Institut (HHI) von der STORZ-Tochter how to organize entwickelt wurde, verfügt über eine der weltweit ersten Gestensteuerungen für Anwendungen im Operationssaal.

„In Berlin haben wir die notwendige wissenschaftliche Expertise im Bereich der Informationstechnologie gefunden, um derartige High-Tech-Systeme entwickeln zu können. Wir arbeiten eng mit den Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen, haben auf der anderen Seite aber auch die Möglichkeit, durch die Kooperation mit Kliniken unsere Erfahrungen aus der Praxis direkt mit in den Entwicklungsprozess zu integrieren“, erläutert Prof. Dr. Omid Abri, Geschäftsführer der how to organize GmbH, den Entwicklungsprozess des MI-Reports.

Das System erlaubt die Auswahl und Bearbeitung von Bildmaterial und Patientendaten über einen zentralen Bildschirm im Operationssaal mithilfe von Gesten. Bisher muss der Chirurg den OP-Tisch und damit den sterilen Bereich verlassen, um die Befunde des Patienten anschauen zu können, oder er bittet eine Schwester im „unsterilen“ Bereich, die notwendigen Informationen bereitzustellen. Beides bindet teure personelle Ressourcen und kostet wertvolle Zeit, die der Patient länger in Narkose verbringen muss. Abhilfe schafft die „berührungslose“ Steuerung des MI-Reports. Das System kann unterschiedliche Patientendaten wie Bilder, Videos, Röntgen und CT-Aufnahmen darstellen, die vom Chirurgen während der Operation ausgewählt, vergrößert und markiert werden können, ohne dass er den sterilen Bereich verlassen oder die Operation unterbrechen muss. Die benötigten Daten können über CD oder USB bzw. über Schnittstellen zu gängigen Krankenhausinformationssystemen wie PACS, RIS und KIS eingelesen werden. Das System wird bereits an einigen Kliniken, wie z. B. der Klinik für Minimalinvasive Chirurgie in Berlin, eingesetzt und von KARL STORZ weltweit vertrieben.

Pressekontakte:
KARL STORZ GmbH & Co. KG
Regina Stern